Ab sofort lässt sich ETRON onRetail direkt mit KI-Modellen wie Claude.ai oder ChatGPT verbinden. Über die neue MCP-Schnittstelle lassen sich Daten aus der Warenwirtschaft künftig in normaler Sprache abfragen. Statt sich durch Menüs zu klicken, Reports zusammenzustellen oder Daten erst nach Excel zu exportieren, reicht künftig eine einfache Frage an die KI.
Ein Beispiel aus der Praxis: Man tippt einfach:
«Bitte gib mir einen Umsatzbericht aus der Vorwoche von Filiale X und Y und schreib dazu die Kundenanzahl.»
und die KI stellt daraus automatisch einen Bericht zusammen, ganz ohne Klickpfade oder Formulare.


Was ist möglich?
Die Anbindung bringt bereits fertige Werkzeuge mit, die die KI automatisch nutzt. Lesend kann sie in ETRON onRetail nachschauen, suchen und Berichte erstellen, etwa offene Angebote eines Kunden auflisten oder Umsatzberichte samt Kundenanzahl zusammenstellen, auf Wunsch auch gleich als CSV- oder Excel-Datei. Schreibend kann sie zusätzlich Einträge anlegen oder ändern, etwa neue CRM-Kontakte oder Notizen zu Aufträgen.
Dafür gibt es zwei Stufen:
- Read-only ist standardmässig in allen Abos enthalten und erlaubt nur das Lesen von Daten.
- Read & Write erfordert zusätzlich das Modul ETRON onRetail V2 Rest API und ermöglicht auch das Anlegen, Ändern oder Löschen von Daten über die KI.
Die Einrichtung erfolgt über Mein Profil → Kontosicherheit, wo MCP-Schlüssel erzeugt werden; eine Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt es im Helpcenter.
Einsatzbereiche der KI in ETRON onRetail
Die MCP-Anbindung beschränkt sich nicht nur auf Umsatzzahlen. Sobald das entsprechende Modul aktiv ist, lassen sich ganze Bereiche von ETRON onRetail per KI-Client abfragen und teilweise auch direkt bearbeiten. Ein Überblick, wie das in der Praxis aussehen kann:
Wie bei allen KI-Anwendungen gilt: Ergebnisse sollten vor wichtigen Entscheidungen geprüft werden. Die KI unterstützt bei der Auswertung und Aufbereitung, ersetzt aber nicht die kaufmännische Kontrolle.
Warum das für den Handel gerade jetzt relevant ist
KI gewinnt im Schweizer Handel zunehmend an Bedeutung. Laut der aktuellen AXA KMU-Arbeitsmarktstudie setzen bereits 34 Prozent der Schweizer KMU Künstliche Intelligenz bewusst in ihren Arbeitsprozessen ein.
Die MCP-Anbindung spart vor allem dort Zeit, wo Informationen bislang über mehrere Menüs zusammengesucht, Reports erstellt oder Daten nach Excel exportiert werden mussten. Stattdessen genügt eine Frage in natürlicher Sprache. Das ermöglicht einen schnelleren Zugriff auf aktuelle Kennzahlen unabhängig von Systemzugängen und senkt durch die einfache Sprachbedienung die Einstiegshürde auch für Mitarbeitende ohne IT-Hintergrund.

Wichtig dabei: Man muss die neue Möglichkeit nicht nutzen. Wer (noch) keine KI-Modelle im Einsatz hat, kann weiterhin wie gewohnt arbeiten. Für alle, die bereits mit KI arbeiten oder es vorhaben, steht die Anbindung ab sofort zur Verfügung.
Fazit
Der wichtigste Schritt ist nicht, sofort alle Möglichkeiten der KI auszuschöpfen sondern mit einer konkreten Frage aus dem eigenen Alltag zu beginnen.
Welche Auswertung kostet heute regelmässig Zeit? Welche Information wird häufig gesucht? Welche Liste wird immer wieder manuell exportiert?
Genau dort kann die neue MCP-Anbindung ansetzten. Statt KI nur als grosses Zukunftsthema zu betrachten, wird sie in ETRON onRetail zu einem praktisch Werkzeug für konkrete Aufgaben. Besonders sinnvoll ist ein vorsichtiger Einstieg über die Read-only Variante. So lässt sich testen, welche Abfragen im eigenen Betrieb echten Nutzen bringen, ohne sofort schreibende Funktionen freizugeben.
Die komplette Dokumentation inklusive Einrichtungsanleitung und Tool-Übersicht findet sich hier:




