Vom kleinen Werksverkauf zur 800-m²-Verkaufsfläche – und dabei ein Sortiment, das längst weit über „ein paar Produktgruppen“ hinausgeht. Im Gespräch erzählt Storeleiter Alexander Terhart, warum ELTEN eine Kassenlösung mit Lagerlogik, Offline-Fähigkeit und flexiblen Konditionen brauchte – und wie ETRON onRetail heute die Basis für Click & Collect und eine Kunden-App bildet.
ELTEN GmbH ist ein inhabergeführter Hersteller von Sicherheitsschuhen (seit 1910) mit rund 450 Mitarbeitenden; ein Grossteil der Produktion findet in Deutschland statt, zusätzlich gibt es ein Schwesterwerk in der Slowakei.
Für diesen Blog hat Markus Zoglauer, Geschäftsführer von ETRON, mit Alexander Terhart gesprochen. Terhart ist Storeleiter bei ELTEN, seit 2010 im Unternehmen, und verantwortet den Werksverkauf inklusive Kassensystem sowie Themen wie Abläufe und Personal.
Markus Zoglauer: Herr Terhart, was machen Sie bei ELTEN – und womit haben Sie es im Store konkret zu tun?
Alexander Terhart: Ich leite den Store und kümmere mich um den kompletten Werksverkauf – inklusive Kassensystem – sowie um Abläufe, Kollektionen und Personal.
Markus Zoglauer: Wie ist der Werksverkauf entstanden – und wie gross ist das heute?
Alexander Terhart: Bei uns fällt in der Produktion auch B-Ware an. Dafür wurde vor vielen Jahren ein eigener Werksverkauf aufgebaut. Aufgrund des Wachstums der letzten Jahre mussten wir unsere Lager- & Logistikkapazitäten erweitern und haben dabei direkt die Vergrösserung des Stores von 150m² auf 800m² berücksichtigt.
Markus Zoglauer: Welche Dimension hat Ihr Sortiment im Kassensystem?
Alexander Terhart: Im System sind es inzwischen rund 80.000 Artikel – neben unserer Sicherheitsschuh-Kollektion auch weitere Handelsware von anderen Bekleidungs-Herstellern, die unser eigenes Sortiment ergänzen.
Markus Zoglauer: Warum war für Sie klar: Das muss professioneller werden als „nur Kassieren“?
Alexander Terhart: Vorher hatten wir eine einfache Registrierkasse – wenige Produktgruppen, keine Lagerhaltung im Hintergrund und zusätzlich Zeitdruck wegen fehlender TSE-Anbindung. Mit der wachsenden Komplexität wäre das sonst unübersichtlich geworden.
Markus Zoglauer: Was waren die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl?
Alexander Terhart: Wir wollten eine Lösung, die auf unserer bestehenden Hardware läuft – ohne alles neu anschaffen zu müssen – und die online wie offline funktioniert. Ausserdem brauchten wir Flexibilität bei den Abläufen, weil wir nicht nur Bar/EC haben, sondern auch Rechnungskauf abbilden und Firmenanfragen sauber organisieren müssen – zum Beispiel, wenn Unternehmen per E-Mail bestellen und wir die Ware für die Mitarbeitenden dieses Unternehmens reservieren, damit sie diese später im Werksverkauf abholen können. Und natürlich musste auch der Preis für uns passen.
Markus Zoglauer: Wie hilft ETRON onRetail im Alltag – gerade bei dieser Artikelmenge?
Alexander Terhart: Ein zentraler Punkt ist, dass Mitarbeitende Preise, Verfügbarkeit und Artikelinfos direkt im System haben – auch wenn ich nicht immer vor Ort bin. Deshalb haben wir das Sortiment bewusst vollständig im System angelegt, auch Ware, die nur auf Bestellung verfügbar ist.
Und wichtig: Trotz der grossen Artikelanzahl bleibt der Kassierprozess sehr schnell – auch zu Stosszeiten. Und wenn wir Artikelstammdaten oder Preise ändern, werden diese Anpassungen rasch ins System übernommen und in die Kassen synchronisiert, sodass überall sofort mit den aktuellen Daten gearbeitet wird.
Markus Zoglauer: Sie haben auch Firmenkunden. Wie lösen Sie unterschiedliche Konditionen?
Alexander Terhart: Ich weiss, was Sie meinen – genau dafür ist die Preislistenfunktion von ETRON onRetail perfekt. Wir hinterlegen für einzelne Kunden oder ganze Kundengruppen eigene Konditionen, entweder für einzelne Produkte oder strukturiert nach Produktgruppen. Das ist wichtig, weil Firmenkunden bei grösseren Umsätzen andere Konditionen bekommen als Einzelkäufer. Und sobald wir den Kunden an der Kasse auswählen, werden die passenden Preise und Rabatte automatisch gezogen – ohne dass wir manuelle Rabatte eingeben müssen.
Markus Zoglauer: Sie sind produzierendes Unternehmen – wie binden Sie ETRON onRetail an Ihre Systemlandschaft an (ERP, Onlineshop, Reporting)?
Alexander Terhart: Wir haben mehrere Systeme im Einsatz – deshalb läuft die Verbindung zentral über die Middleware von Nekom. Neben dem ETRON Kassensystem ist bei uns auch das ERP von CPA angebunden (bei uns stark auf Schuhproduktion spezialisiert), ebenso der Onlineshop und unser BI-Tool Minubo.
Aktuell haben wir darüber bereits Click & Collect umgesetzt: Im Onlineshop wird die Verfügbarkeit aus dem Werksverkauf angezeigt, Kundinnen und Kunden können bestellen bzw. reservieren – und dann die Ware im Werksverkauf abholen.
Und der Datenaustausch wird Schritt für Schritt erweitert, um nach und nach manuelle Prozesse abzulösen und die Abläufe zwischen Kasse, ERP, Onlineshop und Auswertung weiter zu automatisieren.
Markus Zoglauer: Wie lief die Einführung von ETRON onRetail bei Ihnen ab – und wie schnell waren Sie im Alltag arbeitsfähig?
Alexander Terhart: Wir haben die Einführung grösstenteils selbst umgesetzt, weil vieles im System selbsterklärend ist. Sehr hilfreich waren dabei das Handbuch und die Trainingsvideos, weil man sich damit schnell in die Abläufe einarbeiten kann. Und wenn zwischendurch Fragen auftauchen, war auch der Chat immer wieder eine gute Unterstützung.
Rückblickend muss ich aber sagen: Ein Einschulungspaket hätten wir wahrscheinlich gleich zu Beginn buchen sollen – dann wären wir in manchen Punkten noch schneller zum Ziel gekommen.
Markus Zoglauer: Wohin geht die Entwicklung als Nächstes?
Alexander Terhart: Rund um ETRON onRetail haben wir aktuell drei konkrete Themen, die wir als Nächstes umsetzen wollen:
- Kunden-App: Die ist bei uns bereits in Umsetzung. Sie soll als digitale Kundenkarte dienen – inklusive Bonusprogrammen – und uns helfen, direkter mit Kundinnen und Kunden zu kommunizieren. Ziel ist, Printmassnahmen wie Flugblätter oder Werbung in Printmedien stärker durch digitale Kommunikation zu ersetzen und dadurch Druck- und Werbekosten zu sparen. Dazu gehört auch der digitale Beleg (Anybill). Gleichzeitig lernen wir Kundinnen und Kunden besser kennen – und damit auch ihre Bedürfnisse.
- Variantenfunktion: Aktuell ist es so, dass wir ein und denselben Schuh in unterschiedlichen Grössen und Farben noch als separate Artikel führen. Mit der Variantenfunktion von ETRON onRetail lässt sich das wesentlich sauberer abbilden. Das wollen wir nutzen und dafür die Stammdaten entsprechend anpassen.
- Online-Terminverwaltung: Für unser Orthopädie-Service im Haus wollen wir die Terminbuchung künftig über die in ETRON onRetail integrierte Terminverwaltung abwickeln – und damit das bisherige, separate Terminbuchungssystem ablösen, damit alles in einem durchgängigen Prozess zusammenläuft.
Markus Zoglauer: Vielen Dank, Herr Terhart, für die Einblicke und das Gespräch.
Alexander Terhart: Sehr gerne – danke ebenfalls.




